Kleinkind-Reha am Ederhof

Behutsam begleiten. Gemeinsam stärken. Sicherheit geben.

Eine schwere Diagnose, lange Krankenhausaufenthalte und große Sorgen da, wo eigentlich Freude sein sollte. Wenn Kleinkinder schwer erkranken, ist die Erschütterung groß. Die Familien brauchen während der Reha daher vor allem eines: einen geschützten Raum, in dem sie Zuwendung, Sicherheit und Ruhe finden, um langsam in die neue Lebenssituation hineinzuwachsen.

Zielgruppe der Reha sind Familien mit erkrankten Kleinkindern


  • im Alter von 0 bis ca. 6 Jahre

  • vor oder nach einer Organtransplantation

  • mit chronischen Erkrankungen

  • die medizinisch eng begleitet werden müssen bzw. im Alltag besondere Pflege, Struktur und Sicherheit benötigen

Die Reha findet immer gemeinsam mit der Familie statt, d. h. Eltern und Geschwister sind fester Bestandteil der Reha-Gruppe. Wir nehmen maximal zwölf Familien pro Reha auf.

Was Kleinkinder bei uns brauchen – und bekommen

Sicherheit und medizinische Nähe

Kleinkinder können ihre Bedürfnisse oft noch nicht eindeutig artikulieren. Deshalb ist die medizinische und pflegerische Betreuung am Ederhof engmaschig und jederzeit ansprechbar. Auch Kinder mit komplexen Erkrankungen oder besonderen medizinischen Anforderungen sind bei uns gut aufgehoben.

Rhythmus statt Therapie-Druck

Unsere Reha für Kleinkinder folgt einem strukturierten, aber flexiblen Wochen- und Tagesplan. Kurze, altersgerechte Einheiten wechseln sich mit Pausen, Rückzug und Schlafenszeiten ab. Überforderung vermeiden wir bewusst – denn Entwicklung braucht Ruhe.

Beziehung im Mittelpunkt

Die Eltern sind aktiv in den Reha-Alltag einbezogen. Wir schaffen Raum für Entlastung, wir informieren und unterstützen die Eltern-Kind-Bindung, denn Nähe und Vertrauen lassen die Kinder wachsen.

Ziele der Kleinkind-Reha

Die Ziele einer Reha sind vielfältig und jede Familie entscheidet für sich, was für sie im Vordergrund steht.

  • medizinische Stabilisierung und Sicherheit

  • Verbesserung der körperlichen Fitness und Belastbarkeit

  • medizinische Schulung und Stärkung der elterlichen Handlungskompetenz

  • Entlastung und Orientierung für die ganze Familie

  • konkrete Vorbereitung auf den Alltag zuhause

Ablauf der Kleinkind-Reha

Die Reha beginnt mit einem behutsamen Ankommen. In den ersten Tagen nehmen wir uns Zeit, jedes Kind und jedes einzelne Familienmitglied gut kennenzulernen – medizinisch, entwicklungsbezogen und im Familienkontext.

Nach einer umfassenden Anamnese entsteht in Abstimmung mit Eltern und ggf. dem Kind ein individueller Rehaplan. Therapieeinheiten, Zeit für individuelles Spiel, Gruppen- und Familienzeiten sowie Ruhephasen wechseln sich ab und greifen ineinander.

Der individuelle Plan ist integriert in einen festen Wochen- und Tagesablauf, bleibt aber flexibel, um sich der Tagesform des Kindes anzupassen. Zudem: Nicht jedes Kind macht alles mit – und das ist vollkommen in Ordnung.

Therapien und Angebote für Kleinkinder

Therapie für Kleinkinder ist bei uns vor allem eins: spielerisch und alltagsnah. Dazu gehören unter anderem:

  • altersgerechte Bewegungs- und Wahrnehmungsangebote

  • Psychomotorik und sensomotorische Förderung

  • Musik, Bewegung und wiederkehrende Rituale

  • Kindergartenähnliche Angebote als geschützter Lern- und Spielraum

  • Zeit draußen – in der Natur, ohne Leistungsdruck

Alles geschieht in einem Tempo, das jedes Kind mitgehen kann.

Geschwister – gesehen und einbezogen

Geschwisterkinder erleben die Krankheit mit, auch wenn sie selbst nicht im Mittelpunkt stehen. Als Teil der Familie sind sie ein selbstverständlicher Teil der Reha und profitieren von gemeinschaftlichen sowie individuellen Angeboten:

  • altersgerechte Angebote für Geschwister

  • Raum für Spiel, Austausch und Gefühle

  • bewusste Stärkung ihrer Rolle innerhalb der Familie

  • Freizeit- und Gesprächsangebote, bei denen Geschwisterkinder nur unter sich sind

So darf jedes Kind gesehen werden.

Die Eltern – aktiver Teil der Reha

Eltern sind für kleine Kinder die wichtigsten Bezugspersonen und daher ein aktiver Teil der Kleinkind-Reha. Bei verschiedenen therapeutischen Angeboten sind die dabei. Sie geben Sicherheit, können Fragen stellen und lernen, wie sie ihr Kind unterstützen können.

Wir nehmen uns Zeit für Gespräche, Fragen und Sorgen – medizinisch, pflegerisch und psychosozial - und schaffen Raum für den Austausch der Familien untereinander. Viele Eltern erleben die Reha als Zeit des Durchatmens und Kraftsammelns.

„Als Eltern hat man hat so unglaublich viele Fragen – zur Krankheit, zur Zukunft. Am Ederhof ist endlich Zeit dafür. Wir sprechen mit den Ärzten und Therapeutinnen auf Augenhöhe und können unsere Erfahrungen mit den anderen Familien austauschen!”

Familie Husemann war mehrfach auf dem Ederhof. Sohn Elias ist dialysepflichtig und wartet auf eine Spenderniere.

Wohnen und Umgebung

Die Familien wohnen am Ederhof in Appartements. Wir nehmen pro Reha maximal zwölf Familien auf. Die ruhige, naturnahe Umgebung bietet Raum für Rückzug, Bewegung und gemeinsames Erleben.

Die überschaubare Größe des Ederhofs schafft Nähe, Orientierung und ein Gefühl von Sicherheit – für Kinder wie für Erwachsene.

FAQ

Für welche Kinder ist die familienorientierte Reha geeignet?

Die familienorientierte Reha für Kleinkinder am Ederhof richtet sich an Familien mit Kindern von 0 bis ca. 6 Jahre

  • vor oder nach einer Transplantation

  • mit chronischen oder komplexen Erkrankungen

Kommt mein Kind alleine oder mit der Familie zur Reha?

Die familienorientierte Reha findet immer gemeinsam mit der Familie statt. Mindestens ein Elternteil begleitet das Kind während des gesamten Aufenthalts und nimmt aktiv am Reha-Alltag teil. Geschwister sind am Ederhof mitgedacht und erwünscht.

Wie lange dauert eine familienorientierte Reha?

Die familienorientierte Reha dauert vier Wochen. Alle Familien reisen zum gleichen Zeitpunkt an und verbringen die Reha-Zeit in einer festen Gruppe. In Einzelfällen und bei medizinischer Begründung kann es Ausnahmen geben.

Wie sieht der Tagesablauf in der familienorientierten Reha aus?

Der Wochen- und Tagesablauf schafft einen klaren Rahmen für die ganze Familie, bleibt aber flexibel. Therapie, Spielen und Ruhezeiten wechseln sich ab. Der individuelle Reha-Plan wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst, damit keine Überforderung entsteht.

Welche Therapien gibt es in der familienorientierten Reha?

Die Therapieangebote werden in Abstimmung mit den Eltern individuell zusammengestellt und können unter anderem umfassen:

  • medizinische Betreuung und Verlaufskontrollen

  • Bewegungs-, Sport- und Physiotherapie

  • Psychomotorik und Erlebnispädagogik

  • gesundheitsorientierte Freizeitgestaltung (GOF)

Die Angebote finden während der Kleinkind-Reha teilweise gemeinsam mit den Eltern statt. Sie sind altersgerecht und alltagsnah. Hier gibt es eine Übersicht über unsere Therapieangebote.

Was bedeutet gesundheitsorientierte Freizeitgestaltung (GOF)?

Gesundheitsorientierte Freizeitgestaltung (GOF) verbindet Bewegung, Gemeinschaft und Erholung. Sie ist ein sehr wichtiger Teil der Reha und umfasst gemeinsame Ausflüge in die Natur, spielerische Aktivitäten und Erlebnisse, die Freude machen und gleichzeitig die Gesundheit stärken – ohne Leistungsdruck.

Findet während der Reha Kindergarten statt?

Ja. Der Ederhof hat einen eignen Kindergarten, der mit festen Zeiten in den Wochen- und Tagesplan integriert ist. Die Betreuung ist individuell auf das Kind abgestimmt. Der Austausch und das gemeinsame Spielen und Lernen sollen Freude bereiten – nicht zusätzlich belasten.

Welche Rolle haben die Eltern in der familienorientierten Reha?

Eltern sind ein aktiver Teil der Reha. Sie werden begleitet, beraten und in medizinische, therapeutische und psychosoziale Prozesse einbezogen. Ziel ist es, Eltern zu stärken und für den Alltag nach der Reha Sicherheit zu geben. Zudem sind sie für die Gestaltung der freien Zeiten (z.B. am Wochenende) verantwortlich.

Können Geschwisterkinder an der familienorientierten Reha teilnehmen?

Ja, Geschwisterkinder sind am Ederhof mitgedacht und ihre Teilnahme an der familienorientierten Reha ist ausdrücklich erwünscht. Sie erhalten altersgerechte Angebote und Raum für ihre eigenen Fragen und Gefühle.

Was passiert, wenn mein Kind während der Reha überfordert oder krank ist?

Das Kind ist am Ederhof sicher versorgt. Der Ärztliche Beirat verfügt über langjährige Erfahrung in der Begleitung von Kindern vor und nach einer Transplantation und arbeitet bei Bedarf mit dem nur rund 10 Kilometer entfernten Bezirkskrankenhaus Lienz zusammen.
Wir wissen, dass Planungen mit erkrankten Kinder nicht immer so laufen, wie gedacht. Auch die Reha-Pläne bleiben daher flexibel und passen sich der Belastbarkeit des Kindes an.

Wie ist die medizinische Betreuung während der familienorientierten Reha?

Die medizinische Betreuung am Ederhof ist engmaschig und fachlich hoch spezialisiert. Während der gesamten Reha-Zeit ist mindestens ein erfahrener Ärzt bzw. eine Ärztin aus unserem Ärztlichen Beirat vor Ort. Das Ederhof-Team betreut seit mehr als 35 Jahren ausschließlich Kinder vor und nach einer Organtransplantation und verfügt über entsprechende Erfahrung.

Wie erfolgt die Anmeldung zur familienorientierten Reha?

Die Anmeldung läuft in der Regel in Abstimmung mit der behandelnden Klinik, dem Hausarzt, der Kinderärztin oder dem sozialen Dienst. Gerne beraten wir vorab persönlich und klären gemeinsam, ob die familienorientierte Reha am Ederhof für Eure Familie passend ist.

Weitere Fragen?

Claudia Jester und Daniel Bernsteiner sind gern für Sie und Euch da!

Telefon: +43 4852 69 990

E-Mail: info@ederhof.eu

Bürozeiten: Mo-Do: 8-16 Uhr, Fr: 8-13 Uhr